Angstthema Krieg: Kämpfst du?
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Leon Windscheid trifft Connor, der seine Grundausbildung bei der Bundeswehr absolviert. Im Ernstfall würde er zur Waffe greifen, um die Sicherheit der Menschen in Deutschland und Europa zu schützen. Leon begleitet ihn bei einer anspruchsvollen Abschlussübung.
Doch Connor ist eher die Ausnahme. Was bringt einen jungen Menschen zu dieser Überzeugung? Warum würden die einen kämpfen, während andere sich zurückziehen? Und was beeinflusst unsere Entscheidungen, wenn aus einer abstrakten Gefahr plötzlich eine reale wird? Die Sozialpsychologin Prof. Eva Jonas macht deutlich, welche Reaktionen existenzielle Bedrohungen in uns auslösen.
Ganze Generationen sind mit Frieden in Europa aufgewachsen. Doch was, wenn Krieg plötzlich Realität wird? Der Soziologe Dr. Timo Graf ordnet ein, wie sich das Verhältnis der Deutschen zu Krieg und Bundeswehr von der Friedensbewegung bis zur "Zeitenwende" verändert hat.
Hinter der Frage "Würdest du kämpfen?" steckt immer auch die Frage, wer wir als Gesellschaft sein wollen. In einem Sozialexperiment trifft der Psychologe Leon Windscheid Menschen, die auf diese Frage kaum unterschiedlicher antworten könnten: Befürworter und Gegner einer Wehrpflicht, Reservisten, Menschen mit eigener Kriegserfahrung und Ula Wagner, die ihre Tochter im Krieg verlor.
Als Ula Wagner die Nachricht vom Tod ihrer Tochter Savita erhielt, hielt sie sie zunächst für ein Missverständnis. Die 36-jährige deutsche Freiwillige war für die ukrainische Armee im Einsatz. Anders als ihre Familie annahm, arbeitete sie nicht fernab der Front, sondern als Frontsanitäterin. Am 31. Januar 2024 wurde sie bei der Rettung zweier Soldaten von einem russischen Granatsplitter an der Halsschlagader getroffen und tödlich verletzt.
Im Mai 2022 schrieb sie in ihr Tagebuch: "Warum sitzen alle in Europa auf ihren Hintern, schauen die Nachrichten und beschweren sich, aber niemand fühlt sich motiviert, etwas dagegen zu tun?" Ula Wagner hat das Kriegstagebuch ihrer Tochter veröffentlicht. Daraus wird deutlich, wofür Savita kämpfte: für Europa und für die Demokratie.